Sicherheitszündhölzer

Sicherheitszündhölzer

Zündende Idee

Streichhölzer finden sich in jedem Haushalt. Der Frankfurter Chemiker Rudolf Christian Böttger erfand Mitte des 19. Jahrhunderts die sichere Variante: Zündhölzer mit rotem Phosphor, die anders als ihre Vorläufer ungiftig und nicht explosiv waren.

Pixel-Shot – AdobeStockRudolf Christian Böttger ließ es gerne krachen: Bei abendlichen Versammlungen im Physikalischen Verein Frankfurt, in dem er lehrte und forschte, demonstrierte er oft unterhaltsame Experimente aus der Chemie. Er liebte spektakuläre Licht- und Knalleffekte, mit denen er die Kollegen beeindrucken konnte. 1848 machte der Chemiker dann eine Entdeckung, die ausnahmsweise nicht zum Explodieren gedacht war: Er entwickelte die ersten Streichhölzer, wie wir sie heute kennen: Zündhölzer mit rotem Phosphor. Anders als bei den damals herkömmlichen Zündhölzern befand sich der Phosphor dabei nicht mehr in der Zündmasse, sondern wurde zusammen mit Braunstein und Leim auf einer besonderen Zündfläche aufgetragen. Er wurde nur noch im Moment der Zündung der jetzt phosphorfreien Zündmasse benötigt. Eine Entzündung war damit ausgeschlossen – aus diesem Grund wurden die Hölzer später auch Sicherheitszündhölzer genannt.

Vor allem in Schweden war man an Böttgers Erfindung interessiert: Der Industrielle John Edvard Lundström aus Jönköping kam in den 1860er Jahren auf Böttgers Idee zurück. Er legte den Grundstein für eine Zündholzindustrie, die große Mengen Sicherheitszündhölzer nach Deutschland exportierte. So wurde der Begriff „Schwedenhölzer“ zu einem Synonym für Streichhölzer.

Von der Religions- zur Naturwissenschaft

Angefangen hatte Rudolf Christian Böttgers Lebensweg jedoch ganz anders: mit einem Theologiestudium in Halle an der Saale und einer Stelle als Hauslehrer und Erzieher. Im Alter von 25 Jahren machte er dann die Kehrtwende, brach seine kirchliche Laufbahn ab und fing 1831 ein Physik- und Chemiestudium an. 1835 wurde er Lehrer für Physik und Chemie im Physikalischen Verein in Frankfurt und promovierte zwei Jahre später in Jena. 1842 wurde er zum Professor ernannt. Die Entwicklung der Sicherheitszündhölzer befeuerte im wahrsten Wortsinn seine berufliche Karriere.
 

(Header: Pixel-Shot – AdobeStock, Porträt: gemeinfrei)

Portait von Rudolph Christian Boettger
Rudolph Christian Boettger (1806 – 1881)

Ort der Erfindung

Arthur-von-Weinberg-Haus, Robert-Mayer-Straße 2, 60325 Frankfurt am Main

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