Brennende Streichhölzer

Schwer entflammbare Fasern

Den Brand gebannt

Textilien mit „eingebautem“ Flammschutz können bei einem Feuer Schlimmeres verhindern. Die Firma Trevira brachte sie 1980 auf den Markt.

Ein Wohnungsbrand ist eine private Katastrophe. Gerade wenn Gardinen und andere Wohntextilien in Brand geraten, kann das schlimme Folgen haben. Wie also lässt sich vermeiden, dass diese überhaupt Feuer fangen? Welches Material ist hierfür gut geeignet? Der Textilhersteller Trevira aus dem schwäbischen Bobingen antwortete hierauf 1980 mit einer Innovation: mit schwer entflammbaren Polyesterfasern. Der chemische Aufbau dieser synthetischen Fasern macht dabei den Unterschied. Die Eigenschaften sind in Form eines sogenannten „Comonomers“ – einer phosphororganischen Verbindung – fest in der Faser verankert. So gehen die Textilien im Brandfall langsamer als andere Garne in Flammen auf. Sobald die Brandquelle entfernt wurde, erlischt das Feuer an den Textilien von selbst. Die schwer entflammbaren Eigenschaften lassen sich nicht auswaschen und gehen auch nicht durch Alterung oder Gebrauch verloren.

Textiler Brandschutz: Trevira CS

Schon Ende der 20er Jahre wurde an Polyesterfasern geforscht: Erste Versuche machte zum Beispiel der US-amerikanische Chemiker Wallace H. Carothers für die Firma DuPont. 1939 führten britische Wissenschaftler seine Arbeiten fort und entwickelten 1941 die erste Polyesterfaser. In Deutschland begann die Firma Hoechst 1954 damit, Stapelfasern aus Polyester zu produzieren. Die schließlich 1980 unter dem Markenzeichen Trevira CS auf den Markt gebrachten schwer entflammbaren Fasern waren eine wichtige Entwicklung – für die Firma Trevira, aber auch in Bezug auf die verschärften Richtlinien und Sicherheitsansprüche von Verbrauchern.

Die Fasern sind nach Unternehmensangaben nach Öko-Tex-Standard 100 zertifiziert, enthalten also nur geringe Mengen an Schadstoffen. Neben Heimtextilien werden die Fasern zum Beispiel auch im Fahrzeugbau und in der Luftfahrtindustrie eingesetzt. 1982 erhielt Trevira hierfür den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft.

(Bild: Aleksandra Medvedeva)

Ort der Erfindung

Trevira GmbH, Max-Fischer-Str. 11, 86399 Bobingen

Zurück