Große Menge an leeren PET-Flaschen PET-Flaschen

Recycling von Kunststoffen

Kreislauf mit Bruchstellen

Kunststoffrecycling bereitet gebrauchte Kunststoffe zu neuem Material auf: mechanisch, chemisch oder mit Enzymen. Alle Wege haben Grenzen – und die EU erhöht den Druck.

Deutschland verbrauchte 2023 rund 17,92 Millionen Tonnen Verpackungen, 5,8 Prozent weniger als 2022 und das zweite Jahr in Folge weniger. Die Recyclingquote aller Verpackungen stieg auf 69,4 Prozent, bei Kunststoffverpackungen lag sie bei 52,2 Prozent. Betrachtet man alle Kunststoffabfälle, werden laut einer Conversio-Studie von 2024 weniger als 40 Prozent recycelt, der Rest wird verbrannt. Dazu kommt: Kunststoff lässt sich nicht beliebig oft wiederverwerten, denn beim mechanischen Recycling verkürzen sich die Molekülketten mit jedem Durchgang. Dieser Qualitätsverlust wird auch als Downcycling bezeichnet, da das Material für immer minderwertigere Produkte genutzt werden muss.

Wie funktioniert mechanisches Recycling?

Das mechanische Recycling ist der Regelfall: Kunststoffabfälle werden sortiert, gereinigt, zerkleinert und zu Rezyklat verarbeitet. Das Verfahren ist etabliert, stößt bei stark gemischten Abfällen aber an Grenzen. In Deutschland werden auf diese Art rund 2,44 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle pro Jahr recycelt.

Was leistet chemisches Recycling?

Chemisches Recycling zerlegt Kunststoffabfälle mit Hitze (Pyrolyse) oder Lösungsmitteln (Solvolyse) in chemische Grundstoffe. Die Anlagenkapazität in Deutschland lag 2024 bei nur 30.200 Tonnen pro Jahr, etwa 1,2 Prozent des mechanischen Recyclings. Rund 20.000 Tonnen davon entfielen auf Altreifen. In Europa gewann die Branche 2024 laut Plastics Europe nur rund 120.000 Tonnen Rohstoffe zurück, mindestens 70.000 Tonnen davon flossen in neue Kunststoffe. Das Branchenziel für 2025 lag bei 900.000 Tonnen und wurde deutlich verfehlt.

Wie zerlegen Enzyme Plastikflaschen?

Das französische Unternehmen Carbios entwickelte ein Enzym, das PET (Polyethylenterephthalat, den Kunststoff vieler Getränkeflaschen) in seine Ausgangsstoffe zerlegt. Die geplante Industrieanlage in Longlaville mit 50.000 Tonnen Jahreskapazität ist noch nicht gebaut, soll aber bis 2028 fertiggestellt sein: Seit Anfang 2025 ruhen die Bauarbeiten, weil die Finanzierung nicht abgeschlossen ist.

Welche Vorgaben macht die EU?

Seit 2025 müssen PET-Einwegflaschen in der EU mindestens 25 Prozent rezyklierten Kunststoff enthalten. Die EU-Verpackungsverordnung PPWR, die seit dem 12. August 2026 gilt, schreibt ab 2030 für Kunststoffverpackungen verbindliche Mindestanteile an Rezyklat vor, die je nach Verpackungsart unterschiedlich hoch ausfallen.

Die beste und umweltfreundlichste Variante ist und bleibt aber wohl auf lange Sicht: Abfall vermeiden, so gut es geht.

(Headerbild: engin akyurt – Unsplash.com)

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