Ein Wälzlager ist ein Maschinenelement, das zwei Bauteile beweglich verbindet und dabei die Reibung zwischen ihnen verringert. Zwischen Innen- und Außenring rollen dazu Kugeln oder Zylinder, sogenannte Wälzkörper. So kann der Außenring reibungsarm um den Innenring rotieren.
Vorläufer beim Pyramidenbau
Die Idee, rollende Körper einzusetzen und damit eine bestimmte Bewegung zu erleichtern, hatten bereits die alten Ägypter: Der Überlieferung nach legten sie beim Bau ihrer Pyramiden Holzstämme unter die Steinblöcke. Patentrechtlich fassbar wird das Prinzip erst 1794: Der Engländer Philip Vaughan ließ sich ein Kugellager für Wagenräder patentieren – mit Kugeln aus gegossenem Eisen, noch weit von späterer Präzision entfernt.
Das Wälzlager wird zum Massenprodukt
Den entscheidenden Schritt zur Serienfertigung schaffte Friedrich Fischer: Mit der Kugelschleifmaschine, die er 1883 in Schweinfurt konstruierte, ließen sich Stahlkugeln erstmals präzise und in großen Mengen schleifen – nach dem Prinzip des spitzenlosen Schleifens, vergleichbar mit dem Formen von Knödeln zwischen den Handflächen. Mit seiner Erfindung, die 1890 patentiert wurde, legte Friedrich Fischer den Grundstein für die Wälzlager-Industrie.
Noch heute gilt Schweinfurt als Zentrum der europäischen Wälzlagerindustrie: Aus Fischers Firma ging das heutige Unternehmen FAG Kugelfischer hervor, das inzwischen zum Schaeffler-Konzern gehört und unter anderem Lager für Windkraftanlagen und das Riesenrad London Eye liefert. Das Prinzip des spitzenlosen Schleifens nutzen Kugelhersteller im Grundsatz bis heute.
(Headerbild: Farkas Mario – Unsplash.com)



